Das BRK Senioren- und Servicezentrum Neutraubling in Zeiten der Corona-Pandemie

Gastbeitrag

Das BRK Senioren- und Servicezentrum Neutraubling in Zeiten der Corona-Pandemie
Ein Gastbeitrag von Herrn Michael Melcher

Das BRK Senioren- und Servicezentrum am Marktplatz in Neutraubling

Das BRK Senioren- und Servicezentrum Neutraubling in Zeiten der Corona-Pandemie

Nachdem sich bereits Januar / Februar 2020 die Corona Pandemie am Horizont abzeichnete laufen Pflege, Betreuung und der gesamte Betrieb im Seniorenheim seit Anfang März bis zum heutigen Tag unter den erschwerenden Bedingungen der ausgebrochenen Corona-Pandemie.
Die Bewohner unseres Seniorenheimes gehören aufgrund ihres Alters und verschiedenster Vorerkrankungen zu dem Personenkreis mit erhöhtem Infektionsrisiko und erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Darüber hinaus besteht natürlich aufgrund der räumlichen und baulichen Gegebenheiten des Wohnens und Lebens vieler Menschen in relativer räumlicher Enge und Nähe ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Infektion und Verbreitung des Corona Virus, das ja überwiegend durch Aerosole über die Luft übertragen wird. Diese Situation erfordert für Bewohner und Mitarbeiter besondere Schutzmaßnahmen.
Andererseits sollen aber die Schutzmaßnahmen zu keiner dauerhaften und übermäßigen Isolierung mit möglichen Hospitalisierungserscheinungen und negativen psychosozialen Folgen für die bzw. der Bewohner führen.
Das bedeutet für unsere Einrichtung, immer flexibel und mit Augenmaß auf die aktuellen Umstände und Gegebenheiten hinsichtlich des Standes der Corona Pandemie zu reagieren. Alle Maßnahmen sind sensibel hinsichtlich deren Nutzen und evtl. negativen Auswirkungen abzuwägen. Damit werden nahezu täglich neue Analysen der Situation und entsprechende Abwägungen und Maßnahmen erforderlich. Diese häufig wechselnden Situationen, Reaktionen und Maßnahmen müssen immer wieder erneut unseren Bewohnern, Mitarbeitern und Angehörigen sowie externen Berufsgruppen, die mit uns zusammenarbeiten und die Einrichtung aufsuchen, erklärt werden. Nur so kann deren Verunsicherung minimiert werden.

Im zeitlichen Ablauf gestalteten sich Leben und Maßnahmen deshalb immer wieder neu:

Ab Anfang März 2020 erfolgte aufgrund behördlicher Hygiene- und Sicherheitsauflagen eine vollständige Besuchersperre, Absage aller Veranstaltungen, Feste, Gruppenangebote (wie z.B. Musikkreis, Gymnastikrunde, Singrunde, Gedächtnistraining, Ausflüge, Besuche externer Gruppen). Gemeinsame Mahlzeiten in Speiseräumen und Teeküchen waren und sind ab diesem Zeitpunkt bis zum heutigen Tag nicht mehr möglich. Dies bedeutete z.B. die komplette Umstellung der gesamten Speiseversorgung von einer zentralen Versorgung in gemeinschaftlichen Speiseräumen hin zu einer dezentralen Versorgung auf und in den Einzelzimmern der Bewohner innerhalb von 1 Tag.

Die Betreuung erfolgte durch Einzelbetreuung, zeitweise durfte kein Bewohner sein Zimmer verlassen; die Kommunikation mit Angehörigen erfolgte über Videotelefonie, whats app Nachrichten und Telefon.
Es durften keine Bewohner neu aufgenommen werden; Bewohner mussten nach Krankenhausaufenthalten in eine 14-tägige Quarantäne. Auch Therapeuten, Krankengymnasten, Logopäden, etc. durften die Einrichtung nicht betreten.

Ab April 2020 waren dann für Bewohner Spaziergänge im Haus und Garten möglich. Gespräche mit Angehörigen waren über den Gartenzaun möglich. Die Besuchersperre bestand weiterhin. Die Hausärzte wurden durch das Gesundheitsamt Regensburg durch 2 Heimärzte ersetzt, damit möglichst wenig Keimverschleppung durch Ärzte erfolgen konnte.

Ab Mai: war es möglich, nach Anmeldung max. 4 Besucher gleichzeitig für 1 Stunde Besuche in einem besonderen Besuchsbereich unter strengen Hygieneauflagen zu ermöglichen; Besucher mussten eine Desinfektionsschleuse passieren und komplette Schutzkleidung anlegen sowie min. 1,5 Meter Abstand zum besuchten Bewohner einhalten. Der Kreis der Besucher war auf enge Familienangehörige begrenzt und es durfte nur 1 Besucher zum Bewohner. Die Besuche waren an 7 Tagen in der Woche und auch an Feiertagen möglich. Die Bewohner durften die Einrichtung weiter nicht verlassen, um Kontakte zu Dritten und dadurch ausgelöste Infektionsketten zu vermeiden.

Frau Jolante Thaut zuständig für die Besucherorganisation

Seit Juni dürfen alle Bewohner die Einrichtung verlassen, Angehörige zuhause besuchen oder auch Geschäfte aufsuchen (unter Einhaltung der allgemein gültigen Hygieneregeln); Besuche bei Bewohnern waren unter den gleichen Bedingungen wie zuvor von 09.00 Uhr bis 11.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Zimmer möglich (1 Haushalt max. 2 Personen). Eine Voranmeldung war nicht mehr erforderlich. Seit Anfang Juni 2020 ist der Haupteingang mit einer Kraft besetzt, die den Besucherverkehr organisiert:

  • Sicherstellung, dass sich Besucher desinfizieren und Mundschutz FFP2 MNS (vom Heim gestellt) anlegen
  • Befragung, ob Kontakt zu Covid19 positiven Personen bestand, wenn ja darf Heim nicht betreten werden
  • Belehrung über Hygieneregeln im Haus
  • Dokumentation des Besuchs und der Anschrift mit TelefonNummer zur Sicherstellung einer evtl. nötigen Nachverfolgbarkeit durch das Gesundheitsamt bei Auftreten von Covid19

Hausärzte, Fachärzte, Therapeuten, etc. können die Einrichtung unter strengen Hygieneauflagen wieder betreten.

Seit Juli 2020 wurde die Besuchszeit unter den gleichen Bedingungen ausgedehnt von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr.
Gruppenveranstaltungen, Feste und Feiern sind aber auf weitere Zeit leider nicht möglich. Auch Besuche bei Veranstaltungen außerhalb des Heimes sind aufgrund der noch immer akuten Gefährdungslage durch Corona nicht möglich.

Seit Beginn der Corona Pandemie ist unser Ziel, größtmögliche Sicherheit bei geringstmöglicher Beeinträchtigung unserer Bewohner zu gewährleisten. Trotzdem bringt die Corona Pandemie große Einschränkungen für unsere Bewohner mit sich; sei es durch die Notwendigkeit bei Verlassen des Zimmers immer einen Mundnasenschutz in Form einer FFP2 Maske zu tragen, seien es die eingeschränkten Freizeitangebote oder die trotz unserer großzügigen Besucherregelung immer noch eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten.

Bewohner, die neu aufgenommen werden, müssen eine negativen, aktuellen Corona Test vorlegen und Bewohner dürfen nach einem Krankenhausaufenthalt nur mit einem negativen Corona Test in die Einrichtung zurückkehren.

Für den Bereich der Mitarbeiter gilt aktuell:

  • Tragen Mundnasenschutz, möglichst FFP2 Masken verpflichtend
  • Urlaubsrückkehrer aus dem Ausland dürfen ihren Dienst erst nach Vorlage eines negativen Corona Tests wieder aufnehmen
  • Die Einrichtung führt in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Regensburg und einer Arztpraxis in Neutraubling regelmäßig Reihentestungen durch.

Insgesamt bringt die Corona Pandemie durch die enorm gesteigerten Hygieneanforderungen und Hygienemaßnahmen sehr große zusätzliche Belastungen für Mitarbeiter und Bewohner. Auch die fast wöchentlichen Änderungen von Anweisungen, Verordnungen und Auflagen der Behörden oder auch neue, zusätzliche Anweisungen und Verordnungen der Behörden und Ämter führen zu großem – bürokratischem – Aufwand. Verzögerte Rückmeldungen von Testergebnissen durch die Labore führen immer wieder zu Personalausfall. Die großzügige Regelung der Besuchszeiten in unserem Haus bei gleichzeitiger Einhaltung höchster Hygienestandards führt zu einer erheblichen Mehrbelastung unserer personellen Ressourcen und bringen die Mitarbeiter durchaus an den Rand der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit, bzw. die Einrichtung an den Rand des Leistbaren.

Diese kurze Beschreibung soll Ihnen, liebe Mitglieder der Aufbaugemeinschaft, einen kleinen Einblick in die Situation des BRK Senioren- und Servicezentrums Neutraubling in Zeiten der Corona Pandemie geben. Im Detail gäbe es natürlich noch viel mehr zu berichten, was an dieser Stelle aber zu lang würde.

Michael Melcher
Heimleiter

Verantwortlich für den Inhalt:

Michael Melcher
Heimleiter des BRK Senioren- und Servicezentrums Neutraubling
Marktplatz 3
93073 Neutraubling

Michael Melcher
Heimleiter


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